Tarifvertrag banken tarifgruppe 4

Es gibt keine nationalen Tarifverhandlungen über Löhne. Luxemburg zeichnet sich durch die Prävalenz von Tarifverträgen auf Unternehmensebene gegenüber Branchenvereinbarungen aus. Es gibt jedoch einen Mechanismus der Lohnindexierung. Löhne und Gehälter (einschließlich des Mindestlohns) werden entsprechend den Lebenshaltungskosten angepasst. Steigt oder sinkt der Verbraucherpreisindex im Vorquartal um 2,5 %, so werden die Gehälter in der Regel um denselben Anteil angepasst. Der Verbraucherpreisindex und seine Auswirkungen auf die gleitende Lohnskala werden monatlich von der nationalen Statistikbehörde (Statec) veröffentlicht. Der Arbeitgeber muss alle Löhne um 2,5 % erhöhen. Sektorale Tarifverträge können Gehaltssätze enthalten, die an Besoldungsgruppe und Koeffizienten gekoppelt sind. Auf Unternehmensebene werden Tarifverträge über Löhne oft für 12 bis 24 Monate abgeschlossen. Die Frage der Artikulation ist in Luxemburg recht theoretisch, da es dort, wo es einen sektoralen Tarifvertrag gibt, äußerst selten ein Unternehmen mit einem eigenen Tarifvertrag auf Unternehmensebene findet. Tarifverträge beider Ebenen sind daher selten artikuliert zu werden. Wenn es jedoch die beiden Tarifebenen gibt, dann gilt der Grundsatz der Bevorzugung zu Vereinbarungen auf höherer Ebene.

Vereinbarungen auf Unternehmensebene dürfen keine niedrigeren Beschäftigungs- und Lohnbedingungen bieten als Vereinbarungen auf sektoraler Ebene. Wenn die Tarifvertragsbestimmungen schlechter sind als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum oder die Rechte, die ein Tarifvertrag auf sektoraler Ebene bietet, werden sie für nichtig erklärt und haben keine Wirkung. Das Jahr 2019 war von einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld mit einem Anstieg der allgemeinen Beschäftigung geprägt, aber gleichzeitig gab es einige antagonistische Entwicklungen in den Arbeitsbeziehungen. Der soziale Dialog war nach wie vor von zentraler Bedeutung für die Verwaltung der sozialen Beziehungen, wobei mehrere erfolgreich ausgehandelte Tarifverträge (CLA), wie z. B. im Bausektor, zu geführt wurden. Gleichzeitig war der Trend zu strittigeren Verhandlungen sowohl auf Sektorebene (z. B. bei der Aushandlung von CLAs) als auch auf nationaler Ebene (wobei die Arbeitgeber ihre Verhandlungsstrategie im dreiseitigen sozialen Dialog überarbeiteten) ein Faktor im Jahr 2019.

Mit dem Gesetz über kollektive Arbeitsbeziehungen vom 30. Juni 2004 (Loi sur les relations collectives de travail) wurden die Kriterien eingeführt und definiert, die die Repräsentativität einer Gewerkschaft bestimmen (Arbeitsgesetzbuch L.161-3 und L.161-4). Sobald eine Gewerkschaft also die gesetzlichen Repräsentativitätskriterien auf nationaler oder sektoraler Ebene erfüllt, ist sie berechtigt, Tarifverträge abzuschließen. Es gibt zwei Arten von Repräsentativität, die auf allgemeiner nationaler Ebene sein können (Arbeitsgesetzbuch L. 161-4 und L. 161-5), oder auf sektoraler Ebene in einem Sektor, der mindestens 10% der privaten Angestellten des Landes beschäftigt (Arbeitsgesetzbuch L. 161-6 und L. 161-7). Die Gewerkschaften sind repräsentativ, wenn sie bei den letzten Sozialwahlen einen Mindestanteil der Stimmen in der Arbeiterkammer (Chambre des salariés) erhalten; 20 % auf nationaler Ebene oder 50 % innerhalb des Sektors. Artikel L-161-4 definiert auch die allgemeine nationale Repräsentativität einer Gewerkschaft hinsichtlich ihrer Fähigkeit, einen großen Arbeitskampf auf nationaler Ebene aufrechtzuerhalten.

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